Für eine schnelle Rettung

In den Wäldern im Landkreis sind 140 Schilder für den Notfall geplant


Pfaffenhofen (PK) Arbeiten im Forst sind gefährlich. Falls ein Unfall passiert, ist schnelle Hilfe wichtig. Eindeutige Anlaufstellen für die Einsatzkräfte sollen nun helfen, auch im Landkreis das rasche Auffinden von Verletzten zu erleichtern. Rund 140 solcher „Rettungspunkte“ sind geplant.

Die genaue Zahl der Unfälle im Wald zu ermitteln, ist schwer. Erfasst werden vor allem jene, die bei Arbeiten im Forst geschehen. Die Bayrische Forstverwaltung spricht hier von mehreren tausend Unfällen pro Jahr, „nicht selten schwerwiegend“. Allein die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) verzeichnete in ihrer Statistik für 2014 bundesweit 31 tödliche Unfälle in dieser Berufssparte. Einfach auf den Bereich des Landkreises herunter brechen lassen sich diese Zahlen indes nicht. So gab es, wie Alfred Fuchs als zuständiger Forstbereichsleiter erläutert, im Bereich der Staatsforsten Freising, zu deren 16 000 Hektar auch der Landkreis gehört, 2015 und 2016 keinen einzigen meldepflichtigen Unfall bei der Forstarbeit.

Im November 2014 allerdings starb der Eschelbacher Landwirt und CSU-Gemeinderat Sepp Brunner bei Arbeiten im Forst. Er wurde bei Baumarbeiten von einem zurückschnellenden Ast so schwer am Kopf getroffen, dass er noch an der Unfallstelle starb. Auch im November 2011 verunglückte ein 88-Jähriger bei der Waldarbeit in der Nähe von Gerolsbach. Die Rettungsdienste fanden ihn leblos eingeklemmt zwischen einem Baum und dem an seinem Traktor angehängten Kleinkran.

Um solche Tragödien zu vermeiden, setzt man laut Forstbereichsleiter Fuchs vor allem auf Prävention. Dazu zählen neben Sicherheitskleidung und moderner Technik die „intensive Ausbildung der Mitarbeiter auch in Sicherheitsfragen“. Trotzdem wolle man für den Bedarfsfall gerüstet sein und möglichst rasche Hilfe garantieren.

Deshalb habe man seit 2013 bisher zwölf Rettungspunkte im Staatswaldbereich des Landkreises Pfaffenhofen ausgewiesen und einheitlich beschildert. Weitere sollen folgen. Zwar geschehe dies primär mit Blick auf das eigene Personal, aber „natürlich profitieren auch andere Waldnutzer davon“, so der Forstbereichsleiter, der dabei zum Beispiel an Wanderer oder Schwammerlsucher denkt.

Doch von 18 000 Hektar Waldfläche im Landkreis zählen nur etwa 19 Prozent zu den Staatsforsten. 77 Prozent gehören privaten Eignern, vier Prozent sind Körperschaftswald (also kommunale Flächen). Für diese ist jeweils das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zuständig. Wie Nadja Fischer von der Bereichsleitung Forst beim AELF in Pfaffenhofen erklärt, ist die Idee zu einer Beschilderung nicht neu. Schon in den 1990er Jahren wurden demnach einzelne Rettungspunkte ausgewiesen, diese waren allerdings nicht allgemein bekannt, regional uneinheitlich und ihre Platzierung nicht koordiniert.

Das soll sich durch ein flächendeckend einheitliches System nun ändern. „In Zusammenarbeit mit den Integrierten Rettungsleitstellen wurden bayernweit geeignete Anlaufstellen festgelegt“, erklärt Fischer. Im Landkreis habe man das Ziel, bis spätestens zum Frühjahr rund 140 Hinweis-Schilder aufzustellen. Hierfür bedarf es allerdings einer Genehmigung betroffener Grundstückseigner und der Kommunen. Diese wurden mit einem Anschreiben gebeten, ihre Einwilligung zu erteilen und womöglich darüber hinaus das Amt auch beim Aufstellen zu unterstützen. Als man bei einer Bürgermeister-Dienstbesprechung die Pläne seitens des AELF vorgestellt habe, sei die Resonanz „durchweg positiv gewesen“, konstatiert die zuständige Behördenvertreterin. Gleiches gelte für die Privatwaldeigner.

Mittlerweile haben alle betroffenen 16 Gemeinden sowie der Landkreis Pfaffenhofen und die Stadt Pfaffenhofen zugestimmt, das auf ihrem Eigentum Schilder aufgestellt werden können. Die werden dann entweder von den Gemeinden selbst oder von der AELF aufgestellt, so Fischer.

Quelle: PK

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