Heinrich will sich in Suche nach seinem Nachfolger nicht einmischen

Reichertshausen (pat) Nach 25 Jahren als Reichertshausener Bürgermeister hält Reinhard Heinrich „den richtigen Zeitpunkt des Loslassens“ bei den Kommunalwahlen 2020 für gekommen.

Im Reichertshausener Rathaus regiert Reinhard Heinrich bald ein Vierteljahrhundert. 2020 ist für den Bürgermeister Schluss. | Foto: Straßer

„Meine vierte Wiederwahl ist auch die letzte gewesen“, unterstreicht der 62-Jährige seine Ankündigung aus dem Jahr 2014. „Es geht ganz bestimmt weiter – und vermutlich auch nicht schlechter“, so Heinrich.

Eine Lehre sei ihm das Ausscheiden seines Amtsvorgängers Hans Oberhauser gewesen. Dieser habe unbedingt die 30 Dienstjahre voll machen wollen. Kurz vorher musste er aber aus gesundheitlichen Gründen sein Amt aufgeben. Die Neuwahl musste um ein Jahr vorgezogen werden. Deshalb dauerte Heinrichs erste Amtsperiode sieben Jahre. „Und darum bin ich meinen Kollegen als dienstältester Bürgermeister im Landkreis auch immer ein Jahr voraus. “

Leicht hat es der aus Pfaffenhofen stammende und in Vieth lebende Heinrich als Bürgermeister nie gehabt. Während viele Kollegen eine stramme Mehrheit hinter sich hatten oder haben, musste der Christsoziale in Reichertshausen stets um die Zustimmung zu seinen Projekten ringen. Er bedauert dies keineswegs. „So muss man die Themen immer gut vorbereiten und die Räte durch Sachargumente überzeugen. Und genau so soll es in einer Demokratie sein. “ Heinrich sieht sich selbst als Ideengeber und Motivator. „Beschlossen und auf den Weg gebracht hat aber alles der Gemeinderat“, fügt er an. Und so sieht er Reichertshausen sehr gut aufgestellt. „Gewerbegebiete sind in unserer Hügellandschaft gar nicht möglich“, sagt er. Entsprechend hat er den Fokus darauf gerichtet, die Dörfer beim Wohn- und Freizeitwert möglichst attraktiv zu gestalten. Zwei Bahnhöfe, Bürgerbus, Ilmtalhalle, Bücherei und ein gutes Radwegenetz führt er als Argumente ins Feld. Dazu der neue Supermarkt und die Tankstelle. „Dann müssen die Reichertshausener nicht unbedingt wegfahren, um zu bekommen, was sie für den täglichen Bedarf brauchen“, sagt Heinrich. „So können auch kleine Läden überleben. “

Ein Vierteljahrhundert wird Heinrich die Gemeinde geführt haben, wenn 2020 sein Nachfolger bestimmt wird. Bei der Suche nach möglichen Kandidaten hält sich der Amtsinhaber bewusst zurück. Die CSU habe aktuell zwei Interessenten im Auge, berichtet er. „Egal, wer es wird, ich werde sie oder ihn voll unterstützen“, versichert er. Für die Unabhängige Wählergemeinschaft werde mit ziemlicher Sicherheit Erwin Renauer seinen Hut erneut in den Ring werfen. „Er will es im dritten Anlauf endlich schaffen“, vermutet Heinrich. Bei den Freien Wählern ist angeblich vieles im Fluss. Nachdem es keine Listenverbindungen mehr geben darf, machen so manche Spekulationen die Runde. So wird etwa gemunkelt, dass sie eventuell mit der UWG zusammengehen. Viel hält Heinrich auch von Benjamin Bertram-Pfister, der die örtliche SPD führt. „Aber ob er sich als Familienmensch den zeitaufwendigen Bürgermeisterjob antun möchte, muss er sich aber genau überlegen. “ Und es gibt noch zwei Gruppierungen, die sich einmischen könnten: die Grünen und die AfD. „Ob sich da was tut, werden wir bald sehen. “

Quelle: Donaukurier